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KI Trends im Q2 | 2026


Das zweite Quartal 2026 zeigt eine spannende Veränderung. Während zu Jahresbeginn noch viel darüber gesprochen wurde, was KI-Agenten künftig alles können könnten, sehen wir jetzt zunehmend, wie aus diesen Möglichkeiten reale Anwendungen werden.

KI verlässt die Demo. Sie bekommt Zugriff auf Systeme, übernimmt größere Aufgabenpakete und verändert sogar die Frage, wie Unternehmen im Internet überhaupt noch gefunden werden.

Drei Entwicklungen haben das zweite Quartal für uns besonders geprägt.


1. Coding Agents: Aus Unterstützung wird echte Arbeit


Softwareentwicklung ist derzeit wahrscheinlich das beste Labor dafür, wie sich die Zusammenarbeit zwischen Mensch und KI verändern wird.

Noch vor kurzer Zeit bestand KI-Unterstützung beim Programmieren vor allem darin, einzelne Codezeilen vorzuschlagen oder Fehler zu erklären. Im zweiten Quartal 2026 hat sich dieses Bild deutlich weiterentwickelt. Coding Agents können inzwischen komplette Aufgaben übernehmen, Code verändern, testen, Fehler suchen und einzelne Entwicklungsschritte weitgehend selbstständig bearbeiten.

Damit verändert sich auch die Rolle des Entwicklers. Er schreibt nicht mehr zwangsläufig jede einzelne Zeile selbst, sondern beschreibt zunehmend, was entstehen soll, überprüft Ergebnisse und steuert mehrere automatisierte Arbeitsschritte.

Das klingt zunächst nach einem Spezialthema für IT-Abteilungen. Wir glauben allerdings, dass genau hier gerade etwas sichtbar wird, das bald viele andere Unternehmensbereiche erreichen wird.

Denn wenn dieses Prinzip funktioniert, stellt sich dieselbe Frage auch im Marketing, im Einkauf, im Vertrieb oder im Controlling: Welche Aufgaben muss ein Mensch wirklich noch selbst ausführen – und welche kann er künftig an einen digitalen Kollegen delegieren?

Softwareentwicklung zeigt uns gerade ziemlich deutlich, wohin die Reise gehen könnte.


2. KI bekommt Anschluss


Das vielleicht wichtigste Thema des zweiten Quartals ist für uns allerdings weniger spektakulär.

KI lernt, mit der echten Unternehmenswelt zu sprechen.

Ein Sprachmodell allein ist beeindruckend, aber für ein Unternehmen nur begrenzt wertvoll. Spannend wird es in dem Moment, in dem KI auf Dokumente zugreifen, Informationen aus einem CRM holen, Daten aus verschiedenen Systemen miteinander verbinden oder selbstständig Aktionen auslösen kann.

Genau deshalb spielen Schnittstellen, APIs und neue Standards wie das Model Context Protocol – kurz MCP – eine immer größere Rolle. Dahinter steckt im Grunde eine relativ einfache Idee: KI soll nicht länger isoliert in einem Chatfenster leben, sondern mit den Werkzeugen arbeiten können, die Unternehmen bereits heute verwenden.

Und genau das verändert sehr viel.

Plötzlich kann ein Agent nicht nur erklären, wie eine Aufgabe erledigt werden könnte. Er kann Informationen recherchieren, Daten abrufen, Ergebnisse vergleichen, Dokumente erstellen und anschließend den nächsten Prozessschritt anstoßen. KI bekommt Hände.

Vielleicht ist das die wichtigste Entwicklung des zweiten Quartals überhaupt. Denn erst durch diese Verbindung entsteht aus einem intelligenten Gesprächspartner tatsächlich ein System, das Arbeit übernehmen kann.Damit entstehen natürlich sofort neue Fragen nach Sicherheit, Zugriffsrechten, Kontrolle und Verantwortung. Aber genau daran erkennt man auch, dass KI gerade einen neuen Reifegrad erreicht: Wir diskutieren nicht mehr nur darüber, was ein Modell weiß. Wir diskutieren darüber, was es tun darf.


3. Wenn ChatGPT entscheidet, wer gefunden wird


Die dritte Entwicklung betrifft nahezu jedes Unternehmen mit einer Website.

Menschen suchen anders.

Google ist natürlich nicht verschwunden. Aber ChatGPT, Gemini, Perplexity und andere KI-Systeme werden zunehmend genutzt, um Produkte zu recherchieren, Anbieter zu vergleichen oder Antworten auf konkrete Fragen zu bekommen. Im zweiten Quartal wurde deshalb aus einem eher speziellen Marketingthema plötzlich eine strategische Frage.

Was passiert, wenn der Kunde nicht mehr googelt, sondern seine KI fragt?

Bisher ging es bei digitaler Sichtbarkeit vor allem darum, bei Google möglichst weit oben zu erscheinen. Jetzt entsteht daneben eine zweite Welt: Unternehmen müssen auch in den Antworten von KI-Systemen vorkommen.

Aus SEO wird deshalb nicht einfach etwas völlig Neues. Aber es kommt eine zusätzliche Disziplin hinzu: AEO beziehungsweise GEO – die Optimierung der eigenen Inhalte für Antwort- und KI-Systeme.

Dabei reicht es nicht mehr, eine Website nur für Keywords zu optimieren. KI-Systeme müssen verstehen können, wofür ein Unternehmen steht, welche Expertise es besitzt, welche Produkte es anbietet und warum es für eine bestimmte Fragestellung relevant ist.

Für B2B-Unternehmen ist das besonders interessant. Kaufentscheidungen beginnen oft lange bevor ein Vertriebsmitarbeiter überhaupt Kontakt zum Kunden bekommt. Wenn die erste Marktübersicht künftig von einer KI erstellt wird, entsteht eine völlig neue Form der Sichtbarkeit.

Die Frage lautet dann nicht mehr nur:

„Findet Google uns?“

Sondern zunehmend:

„Empfiehlt eine KI uns?“


Unser Fazit: KI wird operativ


Das zweite Quartal 2026 macht für uns vor allem eines deutlich: Künstliche Intelligenz bewegt sich immer weiter weg vom reinen Werkzeug und hinein in reale Arbeitsprozesse.

Coding Agents übernehmen bereits größere Aufgabenpakete. Neue Schnittstellen verbinden KI mit den Systemen und Daten eines Unternehmens. Gleichzeitig verändert KI sogar die Art und Weise, wie Kunden Informationen finden und Anbieter auswählen.

Damit wird aus dem Experiment zunehmend Infrastruktur.

Und wahrscheinlich beginnt genau jetzt der interessantere Teil. Denn die entscheidende Frage lautet nicht mehr, ob KI grundsätzlich funktioniert. Die Frage lautet, wie gut wir sie in unsere Unternehmen integrieren und welchen tatsächlichen Mehrwert wir damit schaffen.

Bei Zeitgeist merken wir diese Veränderung auch in unseren Projekten. Die Gespräche werden konkreter, die Anwendungen näher am tatsächlichen Prozess und die Erwartungen an messbare Ergebnisse deutlich höher.

Wenn Q1 das Quartal war, in dem KI erwachsen wurde, dann war Q2 für uns das Quartal, in dem sie angefangen hat zu arbeiten.

Wir sind gespannt, welche Themen uns im nächsten Quartal beschäftigen werden – und noch gespannter auf die neuen Projekte, in denen aus diesen Entwicklungen ganz konkrete Lösungen für Unternehmen entstehen.

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